Symbolbild Arbeit an der Basis

Es kann etwas „Großes“ sein oder auch nur eine Kleinigkeit, die Inititalzündung dafür ist, sich vorzunehmen, etwas im eigenen Leben nicht mehr so wie bisher weiterlaufen lassen zu wollen.

Zumeist markiert den Anfang ein: „DAS will ich nicht mehr“, also eine Art Statusmeldung, eine Ist-Zustandsbeschreibung. Man steht mit beiden Beinen im Jetzt, in der Gegenwart und schiebt mit der Fußspitze das dicke Kabel der Vergangenheit zur Seite – um die Bahn frei zu machen, für... Ja, für was genau eigentlich?

Die Wirkung dessen, was mit der Statusmeldung erzielt werden kann, verbraucht sich damit rasend schnell, denn es geht im nächsten Moment bereits nahtlos weiter, mit dem Leben. Existiert allerdings ausschließlich das Verbindungskabel zu dem „was man eigentlich nicht mehr will“, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man genau wieder darauf zurückgreift. Dies aus dem einfachen Grund, weil das Alte einfach da und nicht, weil es besser ist. Denn es gibt sie ja noch nicht, die mögliche Alternative, die nicht zurück auf erprobte Vergangenheit, sondern in die Zukunft weist.

Es muss also eine wichtige Entscheidung getroffen werden, die Entscheidung FÜR etwas. Sie dient dazu, die Richtung zu bestimmen und gleichzeitig eine motivierende Abmachung mit sich selbst zu schließen: DAS genau ist es, was ich zukünftig machen will. Und nicht: Das will ich zukünftig vermeiden.

Der Weg dorthin ist eine unbekannte Größe, da man diesen bisher ja noch nicht bis zum Ende durchmarschiert ist. Indem es um einen Aufbruch in (teils oder gänzlich) unbekanntes Gelände geht, steht damit die Option im Raum, dass man sich zukünftig hin und wieder raus aus der Komfortzone wagen muss, dem angenehm kuscheligen Pantoffel-Areal. Das kann die eigenen Antriebskräfte ziemlich auf die Probe stellen. Denn einerseits will man etwas tun, sie ist also grundsätzlich vorhanden die Motivation. Andererseits: Wenn es ungemütlicher wird,  damit verbunden größere Anstrengungen nötig werden sollten, der Energieaufwand zur Realisierung höher zu werden droht, kann sie das wiederum schlagartig schrumpfen lassen. Und eventuell sogar dazu führen, dass man die Richtung klammheimlich umdefiniert, in etwas, was sich leichter, mit weniger Anstrengung erreichen lässt, auch wenn dies mit dem eigentlich Beabsichtigten nur noch Spurenelemente gemeinsam hat.

Dahinter versteckt sich oft die Angst, man müsse als Person eine ganz andere werden, will man dieses unbekannte Neue erreichen. Dass das alte Ich den Stempel „ungenügend“ bekommt und aufs Abstellgleis verfrachtet werden muss. Doch es funktioniert meist auch einige Nummern kleiner und zwar mit Strategie.

Was ist in diesem Fall eine angemessene, eine erfolgsversprechende Strategie? Man klärt „Was soll das Ziel sein“ und erfährt so ganz nebenbei etwas über die eigene Motivation. Weshalb will man genau dort und nirgendwo anders hin? Dann: Gelingt es, dieses Ziel zu portionieren und zwar in kompakte Teilziele und in kluge Einzelschritte, die tatsächlich bewältigt werden können? Möchte man sich Unterstützung dazuholen und wie geht es einem selbst mit dieser Idee, sich auf diesem Weg, partiell, begleiten zu lassen? 

Das strategische Setzen eines Ziels hat nachhaltige Signalwirkung: Man nimmt sich selbst ernst in seinem Anliegen und traut sich, zumindest schon einmal verbal, heraus aus der Deckung eines Unverbindlichen „es soll anders werden.“ Man ändert auf diesem Weg bereits die Blickrichtung und kann sich selbst als seinen ersten Unterstützer rekrutieren. Was hat man eventuell  bereits in der Vergangenheit unternommen, um dieses Ziel zu erreichen? Gab es dabei Ansätze die hilfreich waren und welche der bereits gemachten Versuche sollte man zukünftig nicht mehr wiederholen? Besitzt man Fähigkeiten, die für die Zielerreichung ganz besonders wichtig werden können? Und: Ist man auch bereit, diese ganz in den Dienst dieses Ziels, des Neuen, zu stellen?

Dank dieser selbstreflektierenden Basics erlebt man sich automatisch als Person mit schon vorhandenen Kompetenzen und weniger als bedürftig und unsicher, als jemanden, der sich womöglich etwas viel zu Großes vorgenommen hat. Vielmehr kann man auf diese Weise nicht nur an vergangene Tatkraft anknüpfen, sondern zugleich über seine aktuellen Ressourcen für zukünftige Herausforderungen bewusst verfügen und diese gezielt einsetzen. Eine zusätzliche Suche nach Unterstützung bedeutet damit lediglich, sich den Weg angenehm zu erleichtern, den man auch allein, mit größerer Anstrengung, hinbekommen hätte. So weiß man nicht nur, dass man die Fähigkeiten hat, sich vorzustellen, welche Wege man gehen könnte. Nein, man weiß, wie man seine Fähigkeiten und seine Erfahrungen einsetzen kann, um Schritt für Schritt zu gehen und so zwar so lange, bis man am Ziel angekommen ist.

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Automatische Abwehrreaktion. Im Kopf – nur Mattscheibe. Der Gefühlshaushalt – in Aufruhr. Und beide zusammen münden gebetsmühlenartig in nur einen einzigen Gedanken: „Ich verstehe das einfach nicht.“Nachfolgend ein (biologischer) Einstieg für einen (möglichen) Ausstieg.

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Wer schreibt hier?

Annette Jäckel, Texterin und Beraterin
schreibt für mittelständische Unternehmen sowie Non-Profit-Organisationen und berät Solo-UnternehmerInnen in Sachen Marketing & PR.
E-Mail: info(at)wortfreundin.com

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