Irgendjemanden zu haben, der einem das „alles“ abnimmt, dies ist der große Wunsch der Fachkraft, die sich lieber jetzt als gleich wieder ausschließlich auf ihre Spezialaufgaben und den damit verbundenen Flow ausrichten möchte. Dieses „alles“ bezieht sich auf die unternehmerischen Kernaufgaben, und damit auch PR/Marketing mit ein. Marketing und PR finden jedoch nicht im luftleeren Raum statt, nicht irgendwelche Maßnahmen werden in planloser Folge irgendwo drübergestülpt. Sondern ein Marketing/PR-Konzept ist eine strategisch durchdachte Maßanfertigung. Sie fußt auf einer genauen Kenntnis des Solo-Business’, der Zielgruppen und der dahinter stehenden UnternehmerInnen-Persönlichkeit. Deshalb stellte der zweite Beitrag dieser kleinen Blogreihe die „Vision“ – also den großen Unternehmens-Überbau – in den Mittelpunkt.

Im dritten Teil geht es nun ums Handeln. Wie kommen Sie ins Tun? Wie bleiben Sie im Tun in Ihrer Rolle als Solo-UnternehmerIn, in welcher Sie gleichzeitig auch für die Bedürfnisse der Fachkraft sorgen?

In der Rolle der Solo-UnternehmerIn zu agieren, meint: Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung für das, was getan, genauso wie für das, was nicht durchgeführt wird. Der Solo-Unternehmer und die Solo-Unternehmerin sorgen für die optimale Organisation der Arbeit. So ist es möglich, ebenso gut IM Unternehmen zu arbeiten, wie AM Unternehmen. Und das ist der nächste wichtige Lernsprung: Hinschauen auf das eigene Tun, mit wachen Augen und unbeirrbarem Verstand. Haben Sie das, was Sie sich vorgenommen haben, tatsächlich umgesetzt oder...?

Auf dem Weg zur Unternehmensvision kann es ziemlich sinnvoll sein, schon einmal prüfend „probezuliegen“. Sich in die Vision präventiv hineinzufühlen, so zu tun als ob diese bereits in der Gegenwart angekommen sei und in Folge dessen entscheiden zu können: Stimmt der Weg noch für Sie, wie weit sind Sie Ihrer Vision schon entgegen gegangen, ist es das, was Sie wirklich, WIRKLICH wollen?

Das Hineinfühlen kann der Solo-Unternehmerin  bzw. dem Solo-Unternehmer genau soviel Spaß machen wie der Fachkraft. Wenn es allerdings an die Umsetzung geht, ist der unternehmerische Anteil gefragt, damit die Vision nicht in einer Endlosschleife aus Hineinfühlen und Nachspüren stecken bleibt.

Doch allein damit ist es nicht getan, irgendetwas zu tun, oder beabsichtigen zu tun oder mal etwas getan zu haben, was wohl in die richtige Richtung der Unternehmensvision gehen könnte. Sich KONTINUIERLICH für die Unternehmensvision einzusetzen, aktiv zu tun, das ist es, was Punkte bringt. Deshalb ist es NICHT egal, wenn Sie, statt der vorgenommenen drei Tage in der Woche, nur an einem Tag für die Realisierung der Unternehmensvision Schritte gesetzt haben. Es ist nicht gleichgültig, dass Sie vor sich selbst permanent Entschuldigungen akzeptieren, warum es gerade heute, letzte Woche oder im kommenden Monat nicht passt, der richtige Moment sich einfach noch nicht gezeigt hat oder Sie nur die Hälfte dessen, was angepeilt war, gemacht haben.

Es gibt sie ja trotzdem, Ihre Unternehmensvision und Ihre damit verbundenen Träume und Wünsche, denen Sie so nicht näher gerückt sind. Keine Entschuldigung kann auf Dauer gut genug sein, als dass ein Vorgehen ohne Plan sich nicht negativ auf das eigene Selbstwertgefühl auswirken würde. Und es sind ja Sie selbst, die sich hier fortwährend in Dissonanz zwischen eigentlicher Absicht und tatsächlicher Handlung bringt. Dieses schleppende bis gar nicht Vorwärts-Kommen infiziert früher oder später andere Business-Bereiche. Klingt unnötig mühsam, oder? Und ist ein ziemlich sicherer Weg der, nach einigen hehren Versuchen und vielleicht sogar sehr geschäftigem aber planlosem Aktivitätentaumel, wieder in bekannte Bahnen zurückkatapultiert, die Sie eigentlich verlassen wollten, weil da gibt es doch diese tolle Unternehmensvision...

Um Ihre Rolle als Solo-UnternehmerIn erfolgreich auszufüllen, sind für Sie ab sofort Kontinuität und planvolles Tun eine unauflösliche Einheit. Gehen Sie dabei Schritt für Schritt, gehen Sie in kleinen, gut überschaubaren Etappen. Damit Sie nicht sofort die Flucht ergreifen wollen, weil die nächste Aufgabe eine Sprungkraft erfordert, die Sie erst noch entwickeln werden. Ebenso wenig sollten Sie sich unterfordern, denn das macht auf Dauer ebenfalls keinen Spaß. Untrennbar mit dem strategischen Tun ist natürlich auch das Gegenteil verbunden: Planen Sie das TUN genauso verbindlich für sich ein wie das NICHT-Tun. Denn gute Erholungspausen oder allein die Aussicht darauf sind Balsam für die hin und wieder äußerst wackelige Selbstdisziplin.

Das, was Sie erreicht haben, lediglich über einen Ist-Soll-Abgleich in Ihrem Kopf zu kontrollieren, ist zu wenig. Sie müssen nach Außen, Ihre (Etappen-)Ziele, all das, was Sie sich in der kommenden Woche, für den folgenden Monat oder bis in einem halben Jahr vornehmen. Ein Erfolgstagebuch kann für Sie zu so einem hilfreichen „Außen“ werden (eine schöne Anleitung, gerade auch für „Erfolgstagebuch-Müde“ finden Sie bei Claudia Kauscheder).

Es sollte für Sie zur selbstverständlichen Routine werden, Ihre Unternehmensvisions-Schritte planvoll zu gehen. Indem Sie tagtäglich erleben, dass Sie tatsächlich umsetzen können, was Sie sich vorgenommen haben, stärken Sie sich dauerhaft in Ihrer Rolle als Solo-UnternehmerIn - und entlasten damit die Fachkraft. Dieses unternehmerische Bewusstsein ist wichtig in Ihrer selbstbewussten Präsentation als kompetente DienstleisterIn gegenüber KundInnen. Sie steuern die Umsetzung der unternehmerischen Kernaufgaben, damit Sie sich nicht von unerledigten Baustellen gehetzt durch den Arbeitsalltag treiben lassen müssen. Als UnternehmerIn sind Sie verantwortlich für den Blick auf die Unternehmensdetails wie auf das große Ganze, Ihre Unternehmensvision - die durch jede der unternehmerischen Kernaufgaben, wie z.B. Marketing/PR, planvoll unterstützt wird.

Ein guter Gradmesser um zu checken, wie Sie gerade in Ihrer Ziel- oder Visionserreichung unterwegs sind, ist, indem Sie hinschauen, auf das, was Sie JETZT gerade tun. Ist es das, was Sie wollen, also das, was Sie Ihren nächsten Zielen oder Wünschen näher bringt? Oder zeigt sich in Ihrem aktuellen Tun etwas ganz anderes, etwas, was Sie vielleicht nicht oder nicht mehr wollen?

Bildnachweis: © Mopic - Fotolia.com

Hier geht es zu Teil 2 von "Alles, nur das nicht"
und hier finden Sie Teil 1.

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Alles, nur das nicht (3) (4,2 MiB)

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Wer schreibt hier?

Annette Jäckel, Texterin und Beraterin
schreibt für mittelständische Unternehmen sowie Non-Profit-Organisationen und berät Solo-UnternehmerInnen in Sachen Marketing & PR.
E-Mail: info(at)wortfreundin.com

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