Symbolbild "Ich will so bleiben wie ich bin"

Endlich mit (auch schwierigen) KundInnen selbstbewusst auf Augenhöhe verhandeln.

Endlich das eigene Zeitmanagement locker in den Griff bekommen.

Endlich als UnternehmerIn die Aufmerksamkeit erhalten, wie die großen Vorbilder.

Zu Beginn der Beratung stapeln die Erwartungen an die Zukunft nicht tief. Weshalb sollten sie auch? Investiert man doch genau deshalb in Beratung, um etwas auf den Weg zu bringen, was sich bisher allein, nicht so wie gewünscht, verwirklichen ließ. Um für beide Seiten Klarheit zu schaffen, wohin die Reise nun gehen soll, wird gemeinsam der Zielraum mit Röntgenblick bis ins Detail durchleuchtet. Wo genau möchte man hin? Wenn die Beratung erfolgreich war, wie geht es einem dann? Was wurde bereits getan, um das Ziel zu erreichen? Welche dieser Aktionen waren erfolgreich, was davon weniger zufriedenstellend?

Diese intensive gedankliche Beschäftigung mit dem Zielraum wirkt auf zwei Ebenen. Eine davon fühlt sich flauschig-leicht und ungeheuer inspirierend an. Nämlich die, bei der man schon einmal mit Anlauf und Kopfsprung ins „Als ob“ hineintaucht. Mit jeder weiteren Wunschvorstellung an den Zielraum wird es noch ein wenig kuscheliger, die Welt erstrahlt in noch schönerer Farbenpracht. Endlich lässt es sich wieder frei durchatmen, weil ja nun alles gut wird. Diese Ebene hat auch einen Namen: Motivation. Motivation ist eine unverzichtbare Weggefährtin. Denn weshalb sollte man ein Ziel erreichen wollen, wenn es nicht jetzt schon etwas gibt, was eine magnetische Anziehungskraft genau in diese Richtung ausübt?

Doch die Anziehungskraft des Motivations-Magneten ist nicht unlimitiert. Ist man noch sehr weit vom Zielort entfernt, kann die Wirkung auf der zunächst sehr langen Distanz geschwächt werden. Oder die magnetische Wirkung neutralisiert sich, wenn etwas zwischen Motivation und Ziel hineindrängelt.

Ist man jedoch nicht deshalb in der Beratung, um nun den ultimativen Tipp zu bekommen? Jener geheime Geheim-Trick, welcher einen über die Distanz vom „Jetzt“ zum „Ziel“ elegant und mit ganz viel Rückenwind hinübersegeln lässt? Also raus aus dem Beratungsgespräch zu gehen, einmal in die Trickkiste zu greifen und alles wird so sein, wie in der Beratung vorbestellt? Mit diesem Wunschbild im Kopf bleibt man in hübschen Werbeversprechen stecken. Vergleichbar damit, nun auf ein Light-Produkt umzusteigen und sich während des Verzehrs unablässig im Spiegel zu beäugen, wann sie endlich sichtbar wird, die Super-Silhouette. Genügt eine Stunde oder ist es besser einmal drüber zu schlafen?

Man wird, hoffend auf den ultimativen Tipp, nicht der eigenen hohen Motivation gerecht. Und diese wurde zu Beginn mit viel Aufwand erst herausgelockt. Motivation, die, unwiderstehlich vom Zielbild angezogen, sich nicht mehr länger verstecken wollte. Doch sie braucht eine weitere, schwergewichtige Kraft an ihrer Seite. Diese hat wenig mit Magie am Hut und ebenso wenig damit, dass jemand anderes, zum Beispiel die Beraterin oder der Berater, für einen selbst die Sache schultert.

Auf sich selbst, seine Fähigkeiten und Ressourcen zu vertrauen, bildet zusammen mit der Motivation das energiegeladene Doppelpack. Das ist die zweite Ebene, die unmittelbar aufscheint, wenn man sich in das Zielbild hineinversenkt. Während die Motivation nichts von Anstrengung, Durstrecke oder Hindernissen weiß, kann die zweite Ebene recht vollgepackt sein damit. Ist man nicht schon so oft an ein- und derselben Stelle gescheitert? Ist es nicht so, dass man dieses oder jenes einfach nicht kann? Wie soll man selbst etwas tun können, wenn man sich gerade alles andere als stark und wirkmächtig fühlt?

Erst eine auf das Ziel angepasste Vorgehensweise macht es wahrscheinlicher, auch anzukommen, wo man hinwill. Nicht passend kann beispielsweise sein, mal wieder nur mit halber Kraft zu starten. Wiederholt sich doch dann ziemlich exakt das, was schon mehrfach frustriert hat. Diese Wiederholungsschleife pumpt eigentlich kleine Probleme zu deutlich größeren Problemen auf. Zehn Mal mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen und immer noch ohne Chance sein, jemals auf die andere Seite zu kommen, ist erheblich niederschmetternder, als nach anderen Optionen wie Trampolin, Tür, Spitzhacke, Richtungswechsel…. Ausschau zu halten.

Sich selbst nur eine Vorgehensweise zuzutrauen, drückt auf das Selbstbewusstsein jetzt und zukünftig. Auch die Motivation schrumpft daneben gleich um mehrere Nummern ein. In der Beratung wird deshalb gemeinsam nach anderen Vorgehensweisen gesucht, um Ziele erreichbarer zu machen. Motivation ist die eine, auf Anhieb sympathische Vorgehensweise. Die Bereitschaft, die eigenen Fähigkeiten und schlummernden Ressourcen ebenfalls in den Dienst des Ziels zu stellen, die andere. Was brauche ich eigentlich an Fähigkeiten und Ressourcen, um das Ziel erreichen zu können? Und: Bin ich tatsächlich auch bereit, dafür etwas zu tun?

Hierfür muss man ein wenig um Sympathiepunkte werben. Denn erst mal ist das Arbeit, die eigene Einstellung auch auf den Prüfstand zu stellen. Hier gilt: Kleine Brötchen backen, also das Ziel in kleine Einzelkomponenten aufzuteilen. Denn sonst ist sofort die, durchaus berechtigte, Sorge da, diese Aufgabe nicht bewältigen zu können. Der erste Etappensieg ist dann errungen, wenn klar ist: Es ist völlig in Ordnung, so zu sein wie man ist. Es ist das Vertrauen in das eigene Können, das an den entscheidenden Stellen Rückenwind benötigt, um sich daran zu erinnern, was noch an Strategien, Denk- oder Verhaltensweisen möglich ist. Damit kann man sorgfältig auswählen, was im speziellen Fall besonders gut zum anvisierten Ziel passt – und dieses dann beherzt einsetzen.Ganz nach dem Motto der neuen entspannten Wahlfreiheit: „Ich kann so bleiben wie ich bin, auch wenn ich neue Wege gehe.“

Bildnachweis: © Eric Isselée - Fotolia.com

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"Marketing und PR einfach lieben lernen" …klasse wäre es, ließe sich das verlässlich antrainieren. Denn mit dieser „Übersetzung“ würde die Alltags-Praxis, also die Umsetzung, doch wie von selbst funktionieren, oder?

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Ich will so bleiben wie ich bin (3,7 MiB)

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Wer schreibt hier?

Annette Jäckel, Texterin und Beraterin
schreibt für mittelständische Unternehmen sowie Non-Profit-Organisationen und berät Solo-UnternehmerInnen in Sachen Marketing & PR.
Kontakt E-Mail: info(at)wortfreundin.com

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