Symbolbild Endlich ankommen

Was wäre, wenn...
Kleine und große Luftschlösser können einen motivierend über kurze oder längere Wegstrecken im Leben begleiten. Gut, dass es sie gibt, zumindest schon einmal in der Phantasie, die gewünschten, visionierten schönen Dinge des Lebens, welche in der Zukunft warten. Manchmal naht ihre Realisierung schneller als gedacht, manchmal verschwinden die luftigen Gebilde für eine Weile in dichteren Nebelfeldern, um dann in veränderter Gestalt wieder aufzutauchen. Aber eines eint sie allesamt: Wünsche und Visionen sind ein handfester Grund, um sich auf Tag X der Realisierung zu freuen, sie sind kraftvolle Ladestation für den eigenen Zielakku. „Da will ich hin, ich freue mich schon, wenn es endlich so weit ist.

Aber das kann sich auch ändern. Wenn die Wünsche und Visionen hartnäckiges Begleitpersonal bekommen und so statt Zukunftsfreude Frust dominiert. Denn: Warum geht nichts weiter, ist man, trotz emsigen Bemühens, dem Wunsch und seiner Verwirklichung so fern wie zu Beginn? Das filigrane Luftschloss droht sich im Kreisel eines „Ach, das wird doch alles nichts“ aufzulösen. 

Zurück auf Start
Es hat einmal begonnen – in Leichtigkeit. Als Wunsch und Vision vibrierende Aufbruchstimmung signalisierten. Sie das Versprechen einer Zukunft in sich trugen, die dank ihrer Existenz in ein erstrebenswertes, neues Licht getaucht wurde. Wie gut gelingt es, die eigene Aufmerksamkeit wieder auf diesen Anfang und die damit verbundenen Gefühle auszurichten? Wo im Körper wird es wie spürbar, diese ursprüngliche Leichtigkeit und Freude für Wunsch und Vision? Und was wäre, wenn dieser Wunsch bereits in Erfüllung gegangen wäre? Von welchen Gefühlen wird dies begleitet, wo im Körper ist die Aufmerksamkeit jetzt?

Unterschiede wahrnehmen
Es gibt immer ein Davor, bevor der große Wunsch oder die große Vision in Erfüllung gehen und ein Danach. Im Zustand des Davor wünscht man sich, dass alles machbar, alles stimmig, alles gut wird. Und im Danach: Ist tatsächlich alles machbar, alles stimmig, alles gut? Was ist Dazwischen? Das heißt: Was ist bereits JETZT da? Genau diesen Zwischenraum gilt es genauer in Augenschein zu nehmen und das Gute zu filtrieren. Was ist im Moment wichtig und welche Dinge davon sollen auch zukünftig eine entscheidende Rolle im Leben spielen? Findet dieses jetzt als stimmig und gut Erkannte, auch seinen sicheren Platz, wenn Wunsch und Vision eingetreten sind? Schlichtweg geht es darum, dass jede Wunscherfüllung stets auch mit einem Preis verbunden ist. Oder anders formuliert: Es kann also ziemlich stimmig sein, dass bisher noch nichts umgesetzt wurde. Würde man doch im Danach mit Veränderungen bzw. Schwierigkeiten konfrontiert, für die man (noch) nicht bereit ist. Dies kann sich im Jetzt so anfühlen, als würde man den Wunsch, die Vision schon irgendwie sehr mögen, aber immer wieder „vergessen“, dass es nicht nur ums Wünschen, um das Hineinspüren in eine gute, zukünftige Energie, sondern auch ums Realisieren geht. Der Jetzt-Zustand wird damit auf effiziente Weise stabilisiert.

Ins Kleinformat wechseln
Wünsche und Visionen können unterschiedlich groß sein. Vielleicht liegen sie so nah beim Jetzt, dass die Anzahl der Schritte bis zur Realisierung klar und gut überschaubar sind. Oder der Wunsch bzw. die Vision erfordern so viele Einzelschritte, dass man in wachsender Ungeduld gleich mehrere Stufen auf einmal nehmen will – und dabei ins Stolpern gerät, so dass erst mal nichts mehr weitergeht. Auch hier hilft, die Aufmerksamkeit erneut gut im Jetzt zu verankern. Was wäre anders, wenn man bereits die gewünschten x-Stufen weiter voran gekommen wäre? Damit eröffnet sich ein neuer, angenehm überschaubarer Zwischenraum, der sich auf diesem Weg leichter und stressfreier füllen lässt, als würde man erneut versuchen die gesamte Strecke zu planen. Ein zu „großer“ Kontext kann auch dazu führen, dass nicht erst ein Schritt nach dem anderen, auch nicht drei Schritte auf einmal gemacht werden, sondern man aus einem „hineinspüren, weil noch ein Widerstand ist“ oder „den richtigen Moment für den Anfang finden“ nicht herauskommt. Die Kraft für sofort Umsetzbares in ganz kleinen Schritten wiederzugewinnen gelingt, indem man die Aufmerksamkeit erweitert: Was gibt es noch an anderen Wünschen? Und was kann ich für deren Realisierung jetzt tun?  Bewegung und aktiv werden, kann aus unterschiedlichen Richtungen erfolgen und muss nicht, wie festgetackert, ausschließlich an dem einen Wunsch, der einen Vision ausgerichtet sein. Welche Energie entsteht dabei und wie kann diese Sie bei Ihrem ursprünglichen Wunsch  unterstützen? 

Bildnachweis: © maxuser2 - Fotolia.com

Wenn Ihnen dieser Blog-Beitrag der Wortfreundin gefallen hat, wie wäre es dann damit?
Nicht SCHON wieder. Da ist diese eine Sache. DIE Sache, welche man sich bereits zum xten-Mal vornimmt. Und jetzt wird/soll/muss es klappen. Aber auf halber Strecke ist die Luft draußen. Schon wieder. Zeit für eine spielerische Spurensuche.

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Wer schreibt hier?

Annette Jäckel, Texterin und Beraterin
schreibt für mittelständische Unternehmen sowie Non-Profit-Organisationen und berät Solo-UnternehmerInnen in Sachen Marketing & PR.
E-Mail: info(at)wortfreundin.com

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