Symbolbild Beim nächsten Mal wird alles anders

Richtig zufrieden ist man nicht mit dem Projekt, bei dem die Messlatte eigentlich recht hoch lag: „Hier mache ich alles besser!“ Dabei schienen die Voraussetzungen ganz gut zu sein. Gab es nicht die Erfahrungswerte aus einem Vorläuferprojekt, eine Reihe fachlich fundierter Ratschläge, zudem eine solide Planung? Und dann das: Die, zum Teil aus Zeitnot geborenen Provisorien des Vorgängers, finden sich auch im aktuellen Projekt wieder und schmälern erneut das Endergebnis. Man ist frustriert, verärgert, ratlos.

„Hier mache ich alles besser“
In diesem hoffnungsfrohen Satz steckt nicht nur ein ehrgeiziges Vorhaben, sondern eine Weichenstellung, die es in sich hat: Um etwas besser und damit anders zu machen, muss ich es auch anders angehen als zuvor. Das heißt, ich verändere mir vertraute Spielregeln, die mich bisher verlässlich zu einem bekannten Ergebnis begleitet haben. Einem Ergebnis, das jetzt nicht mehr dem Gewünschten entspricht. Und genau hier rollt dem ambitioniert begonnenen Vorhaben ein mächtiger Stolperstein in den Weg. Wie bewusst habe ich mich tatsächlich für eine Änderung des Reglements entschieden? Ist mir klar, dass ich, um Neues zu erreichen, auch neue Handlungsmuster in mein Repertoire mitaufnehmen muss?

Ein Projektergebnis, wie eingangs beschrieben, zeigt: Hier hat die Weichenstellung von Alt auf Neu nicht funktioniert. Es zeigt auch, dass nur eines von beiden sich durchsetzt, denn gleichzeitig nach alten und neuen Spielregeln zu spielen, ist nicht möglich. Zudem ist es ein ungleicher Wettkampf, wenn ALT und NEU gegeneinander antreten. Da stehen Dinge, die „schon immer so gemacht wurden“ oder Provisorien, die zwar mittelmäßig sind, aber bisher letztendlich doch „immer irgendwie funktioniert haben“ Ideen gegenüber, die sich erst bewähren müssen, mehr Aufwand in der Erstumsetzung darstellen und kaum mit Erfahrungswerten und Routine verbunden sind. Wer wird gewinnen?

Das NEUE braucht Verbündete
Der Satz „alles besser machen zu wollen“ ist für sich allein nicht stark genug. Beinhaltet er doch lediglich eine allgemeine, vage Weichenstellung in Richtung einer neuen Zielsetzung. Dass Sie Ihr Ziel  zu 100 Prozent konkret definieren, ist jedoch nicht das maßgeblich erfolgsentscheidende Kriterium. Ausschlaggebend ist, dass Sie für sich eindeutige Merkmale bestimmen, an denen Sie festmachen können, ob Sie Ihr Ziel tatsächlich erreicht haben. Diese Orientierungs-Merkmale „Wo will ich eigentlich hin – und bin ich noch richtig unterwegs?“, sind DIE wichtigen Verbündeten, mit denen das Neue Fuß fassen kann. Unabhängig davon, ob sich Ihr Ziel im Prozess der Umsetzung eventuell ein wenig verändert oder sogar gänzlich neu gestaltet wird.

Gönnen Sie zudem dem Wunsch „alles besser machen zu wollen“ ein richtig gutes Fundament. Geht es wirklich um „alles“ oder sind es lediglich Teilbereiche, die nachjustiert oder überarbeitet werden sollen? Wann wird aus einem „gut“ tatsächlich ein „besser“? Schauen Sie sich den Ist-Zustand, die Konsequenzen Ihres Tuns im Jetzt sehr genau und ehrlich an. Wie zufrieden sind Sie mit dem, was Sie sehen, den Erfolgen, den Baustellen? Hier geht es zunächst lediglich um eine umfassende Bestandsaufnahme, ohne bereits auch nur eine Lösung kennen zu müssen. Wenn Sie Ihre Realität sorgfältig vermessen haben, dann werfen Sie einen Blick in die Zukunft: Was soll sein? Welche Dinge können bleiben, was wäre wünschenswert zu ändern? Auf welche Veränderungen in Ihrer Umgebung müssen Sie ggfls. reagieren? Sie schaffen sich so ein dynamisches Spannungsfeld zwischen Ist- und Soll-Zustand, in dem Sie handeln und Neues wagen können – damit beim nächsten Mal tatsächlich eine ganze Menge besser wird.

Bildnachweis: (c) beermedia - Fotolia.com

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Wer schreibt hier?

Annette Jäckel, Texterin und Beraterin
schreibt für mittelständische Unternehmen sowie Non-Profit-Organisationen und berät Solo-UnternehmerInnen in Sachen Marketing & PR.
E-Mail: info(at)wortfreundin.com

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